Geschichte der Tabakfabrik in Hainburg

Die Tabakverarbeitung hat hier eine lange Tradition.1723 befahl Kaiser Karl VI, die Errichtung einer Tabakfabrik in der durch die Türkenkriege schwer betroffenen Stadt. Sie wurde eingerichtet im ehemaligen Minoritenkloster, welches während der Reformationszeit von den Mönchen verlassen worden war und seither als Provianthaus und Nachschublager für die Armee diente.
Die ersten Vorsteher der Manufaktur waren Italiener und Spanier. Im Jahre 1784 führte Kaiser Joseph II. das Tabakmonopol ein und gründete die Tabakregie. Nach den Klosteraufhebungen des Kaisers fiel im Jahre 1787 das Franziskanerkloster an das Monopol und wurde als Blattmagazin verwendet.
1833 waren bereits mehr als tausend Menschen in der Fabrik beschäftigt - die bestehenden Gebäude reichten nicht mehr aus, zahlreiche Zubauten waren nötig, um den Anforderungen zu genügen. So wuchs die Anlage zur größten in den Erbländern heran. 1840 wurde der Neubau des Blattmagazins wieder in Betrieb genommen, ein Brand hatte den Altbau teilweise zerstört. In den Jahren 1845 bis 1847 entstand das im klassizistischem Stil errichtet Donaugebäude, ein durch seine Harmonie beeindruckendes Bauwerk. (Bild Jänner)
Im Jahre 1858 schrieb die "illustrierte Zeitung" in Leipzig: "Unter den 26 Tabakfabriken des österreichischen Kaiserstaates ist jene in Hainburg eine der bedeutendsten.
Die Ordnung im Betrieb wurde besonders hervorgehoben - das Tabaklabor gilt als eines der ersten in Europa. In den besten Zeiten gab die Tabakregie in Hainburg mehr als 2000 Menschen einen begehrten, sicheren Arbeitsplatz. Sozialeinrichtungen wie Kindergarten, Werksküche, Badestation, medizinische Betreuung und Werkswohnungen
 hatten Vorbildwirkung. Bis zur Errichtung des Linzer Werkes (1935) war Hainburg die größte Tabakfabrik Österreichs.
1963 konnte nach langer Planung der komplette Neubau, nächst dem Ungartor, seiner Bestimmung übergeben werden.
im Jahre 2001 wurde die Austria Tabak an die englische Firma Gallaher, 2006 an J.T.I. Japan Tobaco Int. verkauft. Im Hainburger Werk sind zur Zeit etwa 260 Personen beschäftigt

"Kaiserlich-königliche Haupt-Tabak-Fabrik" in Hainburg "Tüncke und Auflösung der Büschen" Im Rohmaterialmagazin

Trocknung der Zigarreneinlage Im großen Zigarrensaal Im großen Zigarrensaal

Hainburg an der Donau 1880 Streifen der Zigarrendecken Rauchtabakschneidesaal

"Tüncke und Auflösung der Büschen" Im Rohmaterialmagazin Ausrippen und Sortieren der Blätter