Wie es dazu kam:

Erste Kontakte zwischen Vertretern des Naturhistorischen Museums und dem Vorstand fanden September 2009 statt. Der neu gestaltete Innenraum des Wasserturm sollte als Ausstellungsfläche für eine zum Thema der Landesausstellung passenden Präsentation der  "Flora und Fauna zur Zeit der Römer" werden.

August 2010 konnten Herr Univ.Prof.Dr.Bernd Lötsch (langjähriger Direktor der NHM) und Frau Dr.Claudia Roson (Leiterin des Nationalparkinstitutes Donauauen in Petronell) von der Sparkasse Hainburg Privatstiftung die Zusage über die finanzielle Unterstützung des Vorhabens entgegennehmen.

Die Vorbereitungen begannen umgehend, die Arbeiten an den Dioramen und den Nachbauten wurden auch während der Wintermonate fortgesetzt und am

Sonntag, 17. April 2011, 14.00 Uhr

war es so weit, die Ausstellung

"Fauna und Flora zur Zeit der Römer - und heute "

wurde eröffnet.

Vor dem Turm wurde ein kleiner Garten angelegt Hier wachsen verschiedene Kräuter und Bäumchen, die auch in einem römischen Hausgarten zu finden waren.
Eine Wildschweinfamilie sowie weitere präparierte Tiere "begrüßen" den Besucher. Über einen Monitor laufen Bilder aus der bekannten Wolfsforschung in Ernstbrunnn und einige Informationen über den Archäologiepark.
An einem Modell können verschiedenen Wasserstände der Donau simuliert werden, dabei kann die Wirkung kommunizierender Gefäße, die zeitliche Verzögerung in den Donauarmen beobachtet werden. Bei  Führungen wird auf die Bedeutung der Schwankungen des Wasserstandes hingewiesen.
Über die neu angelegte Treppe, die sich an der Wand des Turmes empor windet, gelangt man, an Schautafeln vorbei, in den ersten Stock.
Das imposanteste Exponat ist der 3m lange Hausen. Er wurde vor ca. 150 Jahren bei Wien in der Donau gefangen. 

Im Aquarium können Sumpfschildkröten beobachtet werden.

Unter einer Stiege hat der Biber einen Bau errichtet.
Auf dem Monitor können wir eine Äskulapnatter, die größte  heimische Schlange, beim Verschlingen eines Vogeleis beobachten.
 

Eine elegante Drehung der Treppe führt uns auf die Ebene 2. Sie ist der römischen Küche, der Tierhaltung und der Jagd gewidmet ist.

Wandtafeln informieren über Jagdgewohnheiten. Wussten Sie, dass Siebenschläfer in Käfigen gehalten wurden?
Über die Möglichkeiten Elche zu fangen herrschten seltsame Vorstellungen.
Kinder können ihren Tastsinn erproben - Gegenstände aus der Au können berührt werden und sollten danach erkannt werden.
Über eine Freitreppe kommt man in das oberste Geschoss.
Ein Ausschnitt aus dem Reliefband der Mark-Aurel-Säule zeigt den Übergang der römischen Truppen über die Donau bei Carnuntum und die älteste Darstellung des Lagers.
Die Ausstellung war täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Mitarbeiter des Nationalparkinstitutes, Ferialpraktikanten und Freiwillige unseres Vereines konnten in dieser Zeit ca. 3000 Besucher im Turm begrüßen. 

Schulklassen, Freunde des NHM und angemeldete Gruppen wurden von geschulten, engagierten Führern durch die Ebenen begleitet und nicht wenige Besucher der Landesausstellung bedauerten, nicht mehr Zeit für den Wasserturm eingeplant zu haben.

Die mit großer Sachkenntnis eingerichtete Schau, die sich in den neu adaptierten Turm harmonisch einfügte, hinterließ bei allen positive Eindrücke. Die Reaktionen zeigten uns, dass wir den Vergleich mit der parallel ablaufenden Landesausstellung nicht zu scheuen brauchten

Ein kleiner Wermutstropfen war die zugesagte, aber von den Koordinatoren und Verantwortlichen der übrigen Ausstellungsorte nicht eingehaltenen Kooperation auf dem Gebiet der Werbung und Information.

Resümee: Die Besucher waren beeindruckt, der Wasserturm hatte im ersten Jahr nach seiner Instandsetzung eine eindrucksvolle Möglichkeit, sich zu präsentieren.
Diese Schau stellt aber auch einen Maßstab dar, an dem weitere Aktivitäten gemessen werden.

(Alle Anreden sind geschlechtsneutral zu verstehen)