Studienreise nach Ephesus  

22.-28.10.2007

Begleitung durch Herrn Univ.-Prof. Dr. Werner Jobst

Reiseverlauf mit kurzer Beschreibung

22.10.2007
8.00 Treffpunkt am Flughafen
Abflug mit TURKISH Airlines (Flug TK 1884) um 10:00 Uhr ab Wien
Ankunft in Istanbul um 13:15 Uhr (Ortszeit)
Weiterflug mit TURKISH Airlines (Flug TK 326) um 15:00 Uhr an Istanbul
Ankunft in Izmir um 16:00 Uhr bei heftigem Gewitter
Empfang durch die örtliche Agentur und Bustransfer zum Hotel Richmond.(*****)
Abendessen im Hotel
23.10.2007
Basilika des Hl. Johannes.
Nach der Überlieferung wurde sie über dem Grab des Apostels(?) errichtet. Kaiser Justinian errichtete über einem Mausoleum die 3-schiffige Basilika in einer Länge von 120m und Breite von 40m. Mit den 6 Kuppeln zählte die Kirche zu den größten der byzantinischen Epoche.
Nach der Eroberung von Ephesus durch die Seldschuken wurde die Kirche zu einer Moschee umgebaut.
Pausanias meint.."   alles verblasste, als meine Augen zum ersten Mal den wolkenhohen Tempel der Artemis erblickten".
Vom einstigen Weltwunder lässt nur mehr eine von 127 Säulen auf einer Fläche von 109m x 55m und ein Modell im Museum die Ausmaße des Heiligtums erahnen.
Herostratos, Goten und die Verwendung als Steinbruch in byzantinischer und seldschukischer Zeit erklären den jetzigen Zustand.
Der Platz des Tempels galt schon in Urzeiten als "heilig" und  immer weiblichen Gottheiten geweiht.
In den Jahren 1970-1990 haben österreichische Archäologen Teile einer Wohnsiedlung am Nordhang eines Berges freigelegt. 
Diese Hanghäuser sind wegen ihrer Lage und Ausstattung bemerkenswert. Die an der Kuretenstraße liegenden Einheiten dienten als Geschäftslokale. 
Die Wohneinheiten enthalten Zisternen, Gärten, Mosaike und reichen Freskenschmuck an den Wänden.
Das Bild zeigt in der Wohnung2 auf der oberen Etage des Hanghauses2 einen kleinen halbkreisförmigen Raum, der vom Hof über einen Säulengang zu erreichen war. Glasmosaike an den Wänden und am Boden geben ihm eine besondere Bedeutung. 
Die Überdachung der beiden Hanghäuser stellte für die östrr. Firmen eine große Herausforderung dar.
Celsus, Sohn des Tiberius, war Prokonsul der Provinz Asia mit der Hauptstadt Ephesus. Sein Sohn begann um ca. 120 n.Ch. mit dem Bau der Bibliothek, die zu den drei wichtigsten des Altertums gehörte
Goten vernichteten die Bücher, Erdbeben das Gebäude.
Bei Ausgrabungen durch österreichische Archäologen konnte ein großer Teil der zerstörten Bibliothek freigelegt werden.
Mit Unterstützung von Senator K. Prskawetz (Kallingerbau) wurde unter Leitung des Österr.Arch. Institutes 1970 mit dem Wiederaufbau begonnen. 1978 wurde die Bibliothek zur Besichtigung freigegeben.
Ephesus gewann für das Christentum frühzeitig große Bedeutung. Die Heiligen Maria, Johannes und Paulus lebten und wirkten in Stadt. 
Im Jahre 431 n. Ch. fand in der Marienkirche das dritte ökumenische Konzil statt (Nestorius). Der Bau wurde mehrmals umgebaut. (aus der dreischiffigen Halle, einer Doppelkirche und  Säulenbasilika wurde im VII. Jhdt eine Kuppelkirche). 
Das 260m lange Ruinenfeld weist auf die Größe und die Bedeutung des Bauwerkes hin.
24.10.2007
Nach einer Vision der Nonne K.Emmerich (um 1800) konnten Reste eines Hauses, in dem der Überlieferung nach die Gottesmutter Maria die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte, aufgefunden werden. 
Die Grundmauern von Meryemana stammen aus dem 1. Jh. n. Ch. Später wurde an dieser Stelle ein Kloster errichtet. Die gegenwärtige kleine Kapelle wird von vieler Wallfahrern besucht. Wie schon in der Antike, ist Ephesus auch in Neuzeit eine bedeutende Stelle zur Verehrung von in der jeweiligen Religion bedeutenden Frauengestalten.
Im Hof des Museums ist der Giebel des Augustus-Tempels nachgebaut. Der Tempel, von dem nur mehr Grundmauern erhalten sind, stand einst am Staatsmarkt.
Die Figuren stellen die Erlebnisse des Odysseus mit Polyphem dar. Dieser einäugige Zyklop, ein Sohn Poseidons, nahm den Zerstörer Trojas mit seinen Gefährten auf der Heimfahrt gefangen und hielt sie in einer Höhle, die dem Riesen als Behausung und Stall für seine Schafe diente, fest. Die Höhle war mit einem großen Stein verschlossen. Odysseus machte den Riesen betrunken, blendete ihn mit einem Pfahl (in der rechten Hälfte des Giebels) und  verbarg sich und seine Begleiter in der Wolle der Schafe. Am nächsten Morgen gingen die Tiere auf die Weide, die Helden waren frei.


Das Modell des im VI. Jhdts. v. Ch. erbauten Tempel der Artemis. Er wurde mehrmals zerstört und wieder errichtet. Teile davon )einzelne Säulen und Marmorplatten befinden sich in der Hagia Sophia in Istanbul.
Die Anlage stellt den best erhaltenen monumentalen Grabbau aus dem 3. Jhdt. v. Ch. dar. Der Kern des Mausoleums in Belevi wurde als  Ganzes aus einem Felsblock aus hartem Kalkstein geschnitten, die Grabkammer in den Fels eingearbeitet.
Der Sarkophag des Grabherrn ist im Museum in Selcuk zu sehen
Die Bauarbeiten wurden hastig abgeschlossen, sodass Teile davon nicht fertig gestellt werden konnten. Im den rechten Bildern sind die unterschiedlichen Zustände eines wiederkehrenden Musters zu erkennen. Im Außenbereich sind noch verschiedene Arbeitschritte bei der Gewinnung der Steinquader zu erkennen.
25.10.2007
Die Thermalquelle ist seit alters her als Heilquelle bekannt. Noch heute lädt der Quellteich zum Baden ein. Seinen Wohlstand verdankt Hierapolis den verschiedenen Zweigen der Wollindustrie.
Eine starke Judengemeinde bewirkte das frühe Eindringen des Christentums (Kolosser 4,13).
Die ca. 1km lange Nekropole im Norden der Stadt gehört zu den größten und besterhaltenen Anlagen aus röm. Zeit.
Das Theater (100m Frontlänge) ist gut erhalten, das zweistöckige Bühnengebäude und die Orchestra hingegen ein Trümmerfeld (Erdbeben)
Pamukkale (Baumwollschloss), das ehemaligen Hierapolis, verdankt seine Bekanntheit den hoch aufragenden Kalksinterterrassen, die, einem erstarrten Wasserfall gleichend, weithin sichtbar sind.
Der Sinterkalk stammt aus einer 33° heißen Quelle, die Kalk in gelöster Form enthält.. An der Oberfläche zerfällt die Lösung in Wasser, Kalk und Kohlendioxid. Kalk scheidet sich ab, der Wasserlauf fächert sich dadurch auf,  die übereinanderliegenden Fächer bilden den bekannten Anblick
26.10.2007
An der Stelle der Kiefern stand, weithin sichtbar, der Altar des Zeus, eines der 7 Weltwunder der Antike. 
Der ca. 35m x 35m große Altar in  "U"-Form war an der Außenseite mit dem berühmten Pergamon-Fries geschmückt. Das 120m lange und über 2m hohe Band stellt den Kampf der olympischen Götter gegen Giganten dar, der Sieg der Griechen über die Barbaren (das pergamenische Reich kämpfte erfolgreich gegen die Galater (Kelten)) wurde gewürdigt.
Große Teile des Frieses sind an einem Modell des Altares im Pergamonmuseum in Berlin zu sehen.

Auf der höchsten Terrasse der Burg wurde, durch Gewölbe und Stützmauern abgesichert, der 100m x 70m große, ebene Platz für den Trajan-Tempel eingeebnet.  Einige der  10m hohen und 1,2m starken korinthischen Säulen aus weißem Marmor, die den Tempel umgaben, lassen Erhabenheit des Bauwerkes erahnen.
Das Asklepieion  zählte in der Antike neben Epidauros und Kos zu den berühmtesten Kurorten. Ein Pergamener, der in Epidauros geheilt wurde, soll im IV Jhdt. v. Chr. aus Dankbarkeit das Asklepios - Heiligtum gegründet haben. 
In röm. Zeit - die Hochblüte des Kurortes - wurden auch heute noch gebräuchliche Therapien angeboten:  Heilkräuter- und Honigkuren, Wasser- und Sonnenbäder, Bluttransfusionen und Traumabehandlungen.
Zur Erbauung der Kurgäste dienten u. a. Theaterbesuche (das in den Hang gegrabene Theater fasste etwa 1000 Besucher), Gespräche mit Philosophen in der Bibliothek oder das Aufsuchen des heiligen Bezirkes für religiöse Betrachtungen.

27.10.2007
Priene wurde auf Betreiben Athens als Rivalin zu Milet im IV.  Jhdt. neu gegründet und von Alexander d. Gr. vollendet. Die Anlage der Stadt zeigt einen deutlichen Einfluss von Hippodamus. Die Reste der Privathäuser geben einen  Eindruck von der Anlage eines Wohnhauses in klassischer Zeit.
Auf verschiedenen Terrassen wurden u. a. eine stattliche Agora, ein Amtshaus der Behörden, der Tempel der Athene, ein Gymnasion, ein gut erhaltenes Theater errichtet, umgeben von einer 2 1/2 km langen 2m  starken Stadtmauer. 
Didyma, durch eine Heilige Straße mit Milet verbunden, war die größte griechische Orakelstätte  in Kleinasien. Das Zentrum war der Apollo - Tempel 105m lang und 50m breit auf einem 7-stufigen Sockel.  108 gewaltige Säulen von mehr als 19m Höhe sollten die Anlage umgeben. 
Etwa 300 v. Ch. wurde der Neubau des Tempels begonnen (ein älteres Heiligtum wurde von den Persern zerstört). Das Bauwerk war so groß geplant, dass es niemals fertig wurde. Wegen seiner Größe blieb der Tempel ohne Dach. Im Inneren befand sich die heilige Quelle, an der die Priesterin das Orakel gewann..
Die abgebildeten 2 Säulen überstanden Erdbeben. An einer Wand konnten geritzte Konstruktionslinien entdeckt werden.

Das antike Milet verdankte seine Bedeutung dem Handel (u. a. mit Getreide und heimischen Webwaren) der über 4 Häfen abgewickelt werden konnte. Ablagerungen des Mäander ließen die Häfen verlanden und führten zum Untergang der Stadt.
Milet ist die Heimat vieler Persönlichkeiten: Thales (Winkel im Halbkreis), Anaximander und Anaximenes bilden die milesische Schule der Naturphilosophie. Hippodamus setzte als Städteplaner mit rechwinkelig angelegten Straßen Maßstäbe.
Das Theater, für 25000 Zuschauer, ist das am besten erhaltene Bauwerk der antiken Stadt
28.10.2007
Frühstück im Hotel.
Rechtzeitiger Transfer zum Flughafen - Check in
Abflug mit TURKISH Airlines (Flug TK 321) um 13:00 Uhr ab Izmir
Ankunft in Istanbul um 14:00 Uhr
Weiterflug mit TURKISH Airlines (Flug TK 1887) von Istanbul um 15:45 Uhr
Ankunft in Wien um 17:05 Uhr (Ortszeit) bei Regenwetter

Ende der gemeinsamen Reise

Am 28-3-2007 findet im Pfarrheim, Alte Poststraße, um 19 Uhr ein Lichtbildervortrag von Herrn Univ. Prof. Dr. Werner Jobst über die von ihm geführte Reise statt.