2007

Nach 2 konstruktiven Gesprächen mit Bürgermeister Kindl und Gemeinderat Beck bekamen wir die Möglichkeit, mit dringenden Arbeiten zu beginnen.
Einige Bilder sollen die vorgefundene Situation belegen.
Teilweise fehlende Fensterscheiben, breite Löcher in der Holzverschalung der Außenwände sowie schadhafter Wetterschutz haben das oberste Stockwerk durch eindringende Feuchtigkeit schwer beschädigt.
Tauben haben sich jahrelang sehr wohl gefühlt und ihre Spuren hinterlassen. Ihr Kot und das feuchte Holz bildete ein wahres Biotop für Ungeziefer.
Ein Gasherd, mehrere Waschbecken, ein Badezimmer und Spannteppiche waren die Spuren der letzten Nutzung.
Der Vorplatz hinter dem Tor wurde in den Jahren zu einer "Gstett`n"

In den Monaten März und April wurde die "Gstett`n" gerodet, Arbeiter des Bauhofes haben die an der Stadtmauer wachsenden Bäume abgetragen. Die desolaten Fensterscheiben an der Außenseite der obersten Etage wurden durch neue ersetzt und die noch vorhandene Einrichtung entfernt. Die Kokosläufer im Stiegenhaus mussten wegen des Taubenkotes unter Verwendung von Schutzmasken abgenommen werden. Für die Demontage des Badezimmers genügten Schraubenzieher und Schraubenschlüssel.
Insgesamt wurden 3 Anhänger mit Grünschnitt, Bauschutt und Sperrmüll beladen.

Wir hoffen, dass es gelingt, den Turm etwa Mitte Mai für Interessierte zugänglich zu machen.


Mitte April haben 3 Studenten der HTL Mödling in Begleitung ihres betreuenden Lehrers eine für ihre Abschlußprüfung nötig Arbeit im Rathaus vorgestellt. Nach Vorgaben des Bürgermeisters (Aussicht von der obersten Etage, Flächen für Ausstellungen, weitgehende Beibehaltung der jetzigen Ansicht), entwickelten sie ein Projekt für die Gestaltung des Wasserturmes. 
Um Fläche zu gewinnen wird eine zusätzliche Ebene geschaffen. Die verschiedenen Etagen werden über eine Treppe, ähnlich der jetzt vorhandenen, erreicht. Sowohl bei den Ebenen als auch bei der Treppe bilden Metallträger ein wesentliches Konstruktionselement.
Eine Treppe, die sich an der Innenseite der Mauer  empor windet, wird nur kurz angedeutet. Einem Platzgewinn steht ein größerer technischer Aufwand gegenüber.
Reizvoll war Idee, im Hafen vor dem Wasserturm ein schwimmendes Restaurant alternativ zu einem an der Stadtmauer stehenden zu planen. Immer wiederkehrende Hochwässer erschweren die Verwirklichung dieses Projektteils.

In der nachfolgenden Diskussion wurden die Gestaltung des Aussichtsteiles, die Anlage der Treppen und eine eventuell zu errichtende Aufstiegshilfe angesprochen


Gespräche mit der Gemeinde über die rechtliche Basis unserer Arbeit im Turm können hoffentlich im Juni abgeschlossen werden, sodass einer "Eröffnung" des Turmes nichts mehr im Wege steht.

Der Juni kam, aus der Gemeinde erreichten uns unterschiedliche Signale. Eine Gruppe von Mandataren nimmt dem Verein das Engagement für den Turm übel und "bestraft" - ja wen eigentlich - den Wasserturm, der nun schon 5 Jahre sich selbst überlassen ist, oder den Verein, der sich seit 2002 um die Betreuung des Turmes bemüht? Wir wurden von dieser Gruppe 5 Jahre lang hingehalten und mit vagen Andeutungen und Absagen abgespeist.
Eine andere Gruppe von Gemeinderäten nimmt offenbar die Ereignisse von 2002 als gegeben hin und reagiert pragmatisch. Der Turm bedarf einer Betreuung, der Verein soll`s probieren.

Nach längerer Beratung hat der Vorstand beschlossen, der Gemeinde in einem letzten Angebot die Vorstellungen bezüglich der zu setzenden Maßnahmen schriftlich darzulegen. Um aber die Entscheidung herbeizuführen, haben wir das Angebot mit 15.7.2007 befristet. Wir bedauerten es sehr, würde die Frist ungenützt verstreichen, aber: Wir sind keine Bittsteller, wir wollten uns um einen Teil der Mittelalterstadt Hainburg annehmen, frei von politischem Streben nach irgend welchen Ämtern, dem Motto entsprechend: Was können wir für Hainburg tun.

Am 12.7. erhielten wir die Information, dass seitens der Stadtgemeinde daran gedacht wird, dem Verein eine Nutzungsvereinbarung über 10 Jahre anzubieten. Details über dieses Angebot sind noch zu besprechen.

Ende August wurde diese Nutzungsvereinbarung  konkretisiert, der notwendige Amtsschimmel sollte Ende September sein Ziel erreichen.

Der Gemeinderat hat am 27.9.2007 einstimmig der Nutzungsvereinbarung zugestimmt.
Wir freuen uns, dass es gelungen ist, in vielen, teilweise sehr emotionalen Gesprächen, vorhandene Bedenken und Vorbehalte soweit abzuschwächen, dass diese Zustimmung möglich wurde.


Nach nötigen Vorarbeiten konnte der Turm am 6. Oktober im Rahmen der langen Nacht der Museen geöffnet werden.

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